HomeAllgemeinGroßes Interesse am Vortrag von Karl Widerquist

Großes Interesse am Vortrag von Karl Widerquist

Vergangenen Freitagabend, den 30. September 2011 hielt Dr. Karl Widerquist in der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf einen Vortrag zum Thema Grundeinkommen. Viele interessierte Zuhörer waren in der vorlesungsfreien Zeit in den Hörsaal 23.21-HS 3F gekommen, um sich den Vortrag des amerikanischen Fachmannes anzuhören. 

Widerquist setzt sich für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ein, da für ihn mittellos unfrei zu sein bedeutet. („To be destitute is to be unfree.“)  Bereits in seiner Doktorarbeit in Politischer Theorie aus dem Jahre 2006 befasste er sich mit diesem Aspekt: “Property and the power to say no: A freedom-based argument for basic income”

Widerquist beschäftigt sich in seinen wissenschaftlichen Publikationen (Karl Widerquist & Michael Howard (editors): „Alaska’s Permanent Fund Dividend: Examining its Suitability as a Model“ und „Exporting the Alaska Model: Adapting the Permanent Fund Dividend“) intensiv mit dem Alaska Permanent Fund (APF),

eine Art erstes Grundeinkommensmodell, das eine große Vorbildfunktion für die Einführung eines Grundeinkommens in vielen anderen Ländern haben könnte. Vor allem auch rohstoffarme Länder wie Deutschland wären in der Lage, sich ein Grundeinkommen durch ihre Grundgüter („common ressources“) auszubezahlen, da sie beispielsweise Steuern auf Land- und Wasserbenutzung, Rundfunklizenzen, die Geldschöpfung, Umweltverschmutzung oder auch eine Finanztransaktionssteuer einführen könnten.

Karl Widerquist war es ein Anliegen, dass man sich dafür eine Wählerschaft sucht, und sowohl Theoretiker/Philosophen als auch Aktivisten und Politiker ins Boot holen solle.      

Im Anschluss an den Vortrag gab es noch eine Diskussionsrunde mit einigen spannenden Fragen und Bemerkungen, wie etwa die, dass man mit einem Grundeinkommen nicht wirklich frei sein, sondern vom Staat abhängig bleiben würde und sich mit seiner Leistung immer noch auf einem Markt verkaufen müsse.  

Eine andere Frage richtete sich nach den Eigentumsrechten bzw. der Inbesitznahme des nordamerikanischen Territoriums, wobei die Kolonialisierung nach der Devise „First come, first served“ vonstatten ging.        

 

Hier nun das Video des Vortrages von Karl Widerquist in Düsseldorf am 30. September 2011

 

und hier kann man sich den sehr interessanten und informativen Vortrag im Wortlaut noch einmal ganz genau nachlesen.

Hier ein schöner Bericht unserer befreundeten Kölner BGE-Initiative, bei denen Widerquist auch zum gleichen Thema einen Tag zuvor einen Vortrag gehalten hat.  

 

Wer noch mehr Interesse a, Alaska Prmanent Fund hat, hier noch zwei Artikel zum Thema:

A Model Ready for Adaptation

Lessons from the Alaska Modell

Und hier noch ausgewählte Schriften von Karl Widerquist zum Thema Grundeinkommen.

 

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